Die größte Herausforderung bestand darin, eine bestehende Struktur in einen Raum zu verwandeln, der die dem Projekt zugrunde liegende „shy“-Identität in eine architektonische Sprache übersetzt und gleichzeitig die Wärme und Geselligkeit des gastronomischen Erlebnisses bewahrt. Wir mussten gezielte Momente des Offenbarens und Verbergens schaffen – ein sensibles Gleichgewicht, das eine sorgfältige Auseinandersetzung mit Sichtachsen, räumlicher Transparenz und geschichteten Raumabschlüssen erforderte.
Eine spannende Möglichkeit ergab sich aus der Neuinterpretation westlicher Esskultur durch räumliche Sprache. Indem wir den dekonstruktivistischen Akt des Essens – Messer und Gabel im Zusammenspiel mit dem Teller – in architektonische Gesten übersetzten, schufen wir geschwungene und kantige Wände, die den Raum durchschneiden wie Besteck einen Teller. Dieses konzeptionelle Gerüst ermöglichte es uns, den Innenraum auf völlig einzigartige Weise zu organisieren.
Eine weitere bedeutende Herausforderung bestand darin, natürliches Licht in das unterirdische Geschoss zu bringen. Wir führten drei strategische Lichtquellen ein: bepflanzte Lichtschächte, eine Oberlichtgalerie und ein tiefes Oberlicht. Dadurch verwandelte sich ein potenziell dunkles Untergeschoss in einen atmosphärischen Restaurant- und Barbereich mit einem eindrucksvollen Zusammenspiel von natürlicher und künstlicher Beleuchtung.
— STUDIO8 八荒
Wir entdeckten Slamp im Rahmen unserer fortlaufenden Recherche zu zeitgenössischem Lichtdesign, das skulpturale Gestaltung mit funktionaler Leistung verbindet. Was uns an Ihren Kollektionen sofort faszinierte, war die Art und Weise, wie Slamp-Designs zugleich Lichtquellen und räumliche Skulpturen sind – eine Eigenschaft, die für die Designsprache von Shy Table wesentlich ist.
Wir haben uns gezielt für Slamp-Leuchten entschieden, weil sie die raffinierte und zugleich zurückhaltende Eleganz verkörpern, die dieses Projekt prägt. Die ausgewählten Stücke erfüllen mehrere Aufgaben: Sie gliedern die architektonische Geometrie, schaffen intime Atmosphären innerhalb des größeren Speisesaals und setzen jene subtilen „Akzente“, auf die wir in unserer Designphilosophie Bezug nehmen – raffinierte Momente, die die Stimmung bereichern, ohne den Raum zu dominieren.
— STUDIO8 八荒
Licht ist grundlegend für das räumliche Erleben – es bestimmt nicht nur, was wir sehen, sondern auch, wie wir uns in einem Raum fühlen. Im Kontext von Shy Table wurde die Beleuchtung zu einem unserer wichtigsten Werkzeuge, um das für unser Konzept zentrale Prinzip des selektiven Offenbarens zu gestalten. So wie die Eigentümerin sich nur gezielt zeigt, enthüllt auch das Licht die Architektur selektiv, lenkt die Aufmerksamkeit, weckt Neugier und schafft Atmosphäre.
Bei Shy Table haben wir die Beleuchtung gezielt als geschichtetes System konzipiert. Die Umgebungsbeleuchtung zeichnet die architektonischen Gesten und dekonstruktivistischen Wände nach; Akzentlicht aus sorgfältig ausgewählten Leuchten wie denen von Slamp schafft intime Blickpunkte; und natürliches Licht, das durch unsere Oberlicht-Interventionen gelenkt wird.
— STUDIO8 八荒